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Der Liberale Mittelstand Niedersachsen sieht den Vorstoß der Fraktionen im Niedersächsischen Landtag eher skeptisch, eine Aufforderung an alle Unternehmen zu veranlassen, einen Betriebsrat zu wählen.
„Konzerne und große Mittelständler sind bereits zu fast 100% organisiert und haben eine Betriebsratsstruktur. Diese dazu aufzurufen, ist überflüssig. Gewerkschaften und Betriebsräte tragen hier bereits ausreichend Sorge für die Beteiligung an den Neuwahlen“, so Friedhelm Pietschmann, Vorsitzender des Liberalen Mittelstands Niedersachsen. „Wir sehen unsere berechtigte Kritik eher darin, die kleinen und mittleren Unternehmen zu bedrängen, die diesen Betriebsrat weder aus Unternehmenssicht als auch der Sicht der Mitarbeiter nicht für nötig befinden.“
In der Tat stellen diese Betriebe 95% der Unternehmen in Niedersachsen dar, mit immerhin 80% der Mitarbeiter. Da in diesen zumeist inhabergeführten Unternehmensstrukturen die Vorgesetzten jeden einzelnen Mitarbeiter kennen und Probleme eher auf direkten Weg gelöst sehen, würden die Strukturen der Betriebsräte mit den einhergehenden Belastungen wie Ausfallzeiten für Schulungen, gesonderter Kündigungsschutz etc. die Arbeitsleistungen nicht verbessern, sondern neue Arbeitskosten verursachen.
„In großen Betrieben kann man diese Belastungen besser auffangen, weil sie auf viele Schultern verteilt werden. Kleine Betriebe stehen hingegen oftmals vor einem Ausfall von ca. 10 – 25% der Arbeitsleistung. Das ist für viele - auch für die Mitarbeiter, die diese Ausfallzeiten mit abdecken müssen - kaum leistbar. Wir begrüßen daher die Argumentation der wirtschaftspolitischen Sprecherin der FDP- Fraktion Gabriela König, nicht in die Unternehmen hineinregieren zu wollen“, so Pietschmann.
In ihrer Ausführung hatte sich König dagegen ausgesprochen, einen allgemeinen Aufruf der Politik zu unterstützen, in allen Unternehmen Betriebsräte zu wählen, der in den KMU’s oftmals selbst von den Mitarbeitern nicht gewollt wird. Sie unterstützt eher die These, dort wo es Betriebsräte gibt oder wo sie von der Belegschaft gewünscht werden, diese dann auch zu unterstützen. Sie haben sich bewährt und werden im Allgemeinen als Bereicherung angesehen. Jedoch gibt es darüber hinaus keine Veranlassung, Druck auf Betriebe aufzubauen, die diese Struktur nicht benötigen. Das hält der Liberale Mittelstand für vernünftig und unterstützenswert.
„Der Mittelstand in Deutschland wird von der Politik immer hoch gelobt. Hier zeigt sich, wer es wirklich ernst mit seiner Unterstützung meint, denn man sollte ihn auch bei solchen Maßnahmen nicht in den Topf der Konzernpolitik mit hineinwerfen, bzw. die Großen und Kleinen auf eine Stufe stellen. Ihre Strukturen sind völlig unterschiedlich zu bewerten und unterliegen ganz anderen Voraussetzungen, nicht zuletzt auch hier bei der Einsetzung eines Betriebsrates“, erklärt Pietschmann und freut sich über die klare Fürsprache im Landtag von Gabriela König, FDP.
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