Bundesförderung für Bremer Brücke gescheitert – Schulsporthalle bekommt Bundesmittel
Die Gruppe FDP/UWG gratuliert dem VfL Osnabrück herzlich zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Die Mannschaft hat eine herausragende Saison gespielt und diesen Erfolg absolut verdient“, so Dr. Thomas Thiele, Gruppenvorsitzender.
Doch neben der sportlichen Freude sieht sich die Gruppe in der Pflicht, auf die politische Realität hinzuweisen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Bremer Brücke in der ersten Tranche des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ nicht berücksichtigt. „Das ist eine klare Absage, die grundlegende Fragen zur Finanzierungsstrategie der Stadt aufwirft“, so Dr. Thiele. „Bei unserer kritischen Haltung geht es uns nicht um den VfL. Es geht uns hier um die Verhältnismäßigkeit. Die Stadt ist hoch verschuldet. Gleichzeitig kommunale Mittel in zweistelliger Millionenhöhe in ein Profisportstadion zu binden, während Schulen und Sporthallen sanierungsbedürftig sind und der städtische Haushalt strukturell unterfinanziert ist, bedarf einer belastbaren Begründung und eines ehrlichen Umgangs mit den Risiken.“ Oliver Hasskamp, Spitzenkandidat der FDP für die Oberbürgermeisterwahl, sieht darin eine Niederlage für alle, die auf eine öffentliche Förderung des Stadionausbaus gesetzt haben: „Der Rat hat 67,7 Millionen Euro beschlossen. 33 Millionen trägt die Stadt als Zuschuss, für weitere 34 Millionen bürgt sie. Die Rückzahlung soll über eine marktübliche Pacht des VfL erfolgen, doch das wirtschaftliche Risiko bleibt bei der Kommune.“ Besonders bitter ist das Ergebnis mit Blick auf das einzige Osnabrücker Projekt, das in der Fördertranche berücksichtigt wurde: die Sanierung der Sporthalle der Berufsbildenden Schule Schölerberg mit 1,5 Millionen Euro Bundesmitteln. Es liegt nahe, dass die Stadt mit weiteren schulischen Sportstätten zusätzliche Fördermittel hätte einwerben können. Stattdessen wurde ein Antrag für ein Profisportstadion gestellt, der nun gescheitert ist. Wulf-Siegmar Mierke, schul- und sportpolitischer Sprecher der Gruppe, hatte genau das vorhergesehen: „Bereits im Rat am 9. Dezember letzten Jahres habe ich kritisiert, dass nicht der Stadionausbau, sondern die Sanierung eines Schulgebäudes vorrangig beantragt werden müsste. Der Förderantrag musste glaubhaft bis Mitte Januar 2026 gestellt werden. Die indirekte Förderung des VfL-Stadionbaus über dieses Bundesprogramm war damals schon mehr als fragwürdig. Dass nun genau das eingetreten ist, was ich befürchtet hatte, bestätigt unsere Skepsis. Die Stadt hat eine wertvolle Förderchance für die öffentliche Schul- und Sportinfrastruktur verpasst und steht beim Stadion ohne Bundesgeld da.“ Ob die Bremer Brücke in einer zweiten Fördertranche zum Zuge kommt, ist völlig unklar und eine rückwirkende Einspeisung von Bundesmitteln in einen bereits laufenden Bauprozess ist aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen. Die FDP/UWG fordert die Stadtverwaltung daher auf, den Rat und die Öffentlichkeit schnellstmöglich über die finanziellen Konsequenzen der Absage zu informieren und eine transparente Abwägung aller Optionen vorzulegen.
Hintergrund: Am 9.12.2025 wurde im Rat über die Vorlage VO/2025/5059 „Teilnahme am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS)“ – Einreichung einer Projektskizze bis zum 15.01.2026“ entschieden. Diese wurde mehrheitlich (SPD/Grüne/Volt und CDU) gegen die Gruppe FDP/UWG bei Enthaltung der Fraktion Die Linke angenommen.