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Kinderbibliothek Krahnstraße: Gute Idee, aber offene Fragen auf Kosten der Steuerzahler

Die FDP/UWG begrüßt grundsätzlich die Idee, die Kinderbibliothek aufzuwerten und der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. „Kinder brauchen einen eigenen Ort der Fantasie, des Träumens und des Lernens“, sagt Oliver Hasskamp, Oberbürgermeisterkandidat der FDP. „Dabei müssen wir alle Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, die sich bereits mit eigenen Ideen eingebracht haben. Dazu zählen auch die Vertreter des Initiativkreises Haus des Wissens.“
Kritisch bewertet die Gruppe jedoch das Tempo, mit dem die Verwaltung die Anmietung des ehemaligen Prelle-Hauses vorantreibt. Rund eine Million Euro will die Stadt in das Projekt investieren bei einer langfristigen Anmietung eines privaten Gebäudes, dessen Sanierung der Eigentümer übernimmt. „Anmietdauer und Miethöhe müssen im Kontext der gesamten Haushaltslage der Stadt bewertet werden und nicht isoliert“, betont Dr. Thomas Thiele, Gruppenvorsitzender und Mitglied im Immobilien- und Finanzausschuss. „Auch eine mögliche EU-Förderung von rund 40 Prozent über das Programm ‚Resiliente Innenstädte‘ ändert nichts daran, dass der Stadtrat die Gesamtfinanzierung sorgfältig prüfen muss.“
Ungeklärt bleibt bislang auch das Betriebskonzept. Die neue Kinderbibliothek soll als Familientreffpunkt und „dritter Ort“ für die Stadtgesellschaft dienen. Doch wo halten sich begleitende Eltern auf? Wer zwei Standorte betreibt, braucht auch doppelt Personal. Die Verwaltung hat hierzu bislang keine Antworten geliefert. Dass die Stadt zudem auf eine langfristige Fremdanmietung setzt, weil ein Umbau eigener Gebäude offenbar nicht zu stemmen ist, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand des städtischen Immobilienbestands.
Die FDP/UWG fordert daher eine offene, gesamtstädtische Debatte über Konzept, Standort und Folgekosten. „Wir wollen diskutieren, ob das Modell einer Open Library oder eines Dritten Ortes wie das Haus des Wissens besser als dezentrale Anlaufpunkte in der Innenstadt oder als ein zentraler Begegnungsort für alle Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden sollte“, so Hasskamp. „Dafür brauchen wir finanziell tragfähige Antworten, keinen Schnellschuss der Verwaltung.“