Rosenplatz-Chaos: FDP/UWG will das teure Architekten-Urheberrecht abschaffen
Die FDP/UWG kritisiert die erneute Verzögerung der Sanierung des Rosenplatzes und fordert ein Ende der Architekten-Urheberrechts-Fallen.
Oliver Hasskamp, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Gruppe FDP/UWG und FDP-Oberbürgermeisterkandidat, erklärt: „Der Rosenplatz zeigt exemplarisch, wie teuer es der Stadt zu stehen kommt, wenn sie sich bei Gestaltungswettbewerben dauerhaft an das Urheberrecht einzelner Architekten bindet. Die rote Einfärbung stammt aus dem Siegerentwurf von 2005, an dem die Architekten bis heute ein Urheberrecht besitzen. Deshalb muss die Fahrbahn optisch exakt dem damaligen Entwurf entsprechen, selbst wenn sich die Gestaltung technisch als Fehlkonstruktion erwiesen hat. Wir fordern schon seit Jahren, dass die Stadt bei künftigen Gestaltungswettbewerben konsequent auf einen Verzicht der Architekten auf ihr Urheberrecht besteht, damit solche technischen Mängel nicht wieder vorkommen und im Notfall behoben werden können.“
Wulf-Siegmar Mierke verweist auf die Vorgeschichte des Platzes: „Nicht nur die Fahrbahn, sondern auch der Nebenbereich, zum Beispiel die Sitzflächen, waren schon nach kurzer Zeit marode und wurden über längere Zeit gesperrt. Es ist längst überfällig, darüber nachzudenken, das Urheberrecht vom Architekten abzukaufen, anstatt alle paar Jahre für viel Geld den Rosenplatz zu sanieren.“
Hintergrund: Die Sanierung des Rosenplatzes sollte ursprünglich bereits im Juli fertiggestellt sein. Tatsächlich lässt die abschließende rote Spezialbeschichtung der Fahrbahn weiter auf sich warten. Nach aktuellem Stand soll die Baustelle nun erst Ende September abgeschlossen werden. Als Grund nennt die Verwaltung die wechselnde Witterung, da sich die Beschichtung nur bei sehr eng begrenzten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen zuverlässig auftragen lässt. Allein die rote Beschichtung kostet die Stadt rund 320.000 Euro netto. Mit Preissteigerungen und Mehrwertsteuer summiert sich das auf etwa 400.000 Euro – zusätzlich zu den rund 1,7 Millionen Euro Straßenbaukosten der laufenden Sanierung. Davon trägt das Land Niedersachsen rund 700.000 Euro über Fördermittel. Die 2012 für rund 3,5 Millionen Euro neugestaltete Fahrbahn war bereits nach wenigen Jahren so beschädigt, dass im Jahr 2023 mehr als ein Viertel der Betonplatten kaputt war.